Grußwort des Ersten Bürgermeisters der Stadt Kronach,bgm_foto 5051_012

Wolfgang Beiergrößlein, zum Kronacher Freischießen 2017

Liebe Schützenschwestern- und –brüder,
liebe Freischießenbesucher aus nah und fern,

das Jahr 2017 steht ganz im Zeichen des 500-jährigen Reformationsjubiläums. Am 31. Oktober 1517 soll Martin Luther der Überlieferung nach seine 95 Thesen wider den Missbrauch des Ablasses an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg angeschlagen haben.

Eine Verbindung zum Kronacher Freischießen erschließt sich freilich nicht auf den ersten Blick. Schlägt man jedoch in der Chronik des Kronacher Freischießens nach, stellt man schnell zeitliche Zusammenhänge fest. 1497, im 14. Lebensjahr Luthers (1483 – 1546), wurde erstmals eine Schießstätte auf der Kronacher Hofwiese erwähnt. Das Freischießen selbst wurde jedoch erst im Jahre 1588 erstmalig abgehalten. Martin Luther war es also leider nicht mehr vergönnt, das Flair dieses traditionsreichen und größten Festes im Frankenwald selbst mitzuerleben. Schade eigentlich, war er doch leiblichen Genüssen durchaus zugetan. Und hier wäre er in Kronach bestimmt an der richtigen Adresse gewesen. Hätte es das Kronacher Freischießen nur wenige Jahrzehnte früher gegeben, wäre es Luther angesichts besten Kronacher Bieres und unserer schmackhaften Broudwörscht vermutlich gar nicht in den Sinn gekommen, während des Augsburger Reichstages 1530 auf der Veste Coburg zu weilen. Seine Bibelübersetzung hätte er nicht auf der Wartburg in Eisenach angefertigt, sondern auf der Festung Rosenberg und seine 95 Thesen hätte er möglicherweise an der Kronacher Stadtpfarrkirche angeschlagen. Die Geschichtsbücher wären völlig anders geschrieben worden.

Aber Spaß beiseite: Zeigen soll dieser kleine geschichtliche Exkurs vor allem, mit welch jahrhundertelanger Tradition das Kronacher Freischießen verbunden ist. Und ich lade Sie, liebe Gäste, herzlich dazu ein, sich selbst davon zu überzeugen, dass das Kronacher Freischießen auch in seiner nunmehr 429. Auflage nichts von seiner Anziehungs- und Ausstrahlungskraft verloren hat.

Verantwortlich dafür ist unsere Kronacher Schützengesellschaft, die auch heuer wieder eine organisatorische Meisterleistung erbracht hat, um das Kronacher Freischießen zu einem Fest für die ganze Familie, für Jung und Alt gleichermaßen zu machen. Ein herzliches Vergelt’s Gott dafür!

Ich wünsche uns gesellige und vergnügliche Stunden auf der Hofwiese. Auf ein fröhliches und friedliches Freischießen 2017!

Ihr

signatur bgm

 

 

 

 

 

 

Wolfgang Beiergrößlein

Erster Bürgermeister